Enthauptungsvideo

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Apple Watch Blog

Getreu dem Motto »An apple a day keeps the doctor away.« fordert unser aller Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt (CSU) mehr Äpfel zu essen. Sein O-Ton verbreitete sich wie ein Lauffeuer:

Ich erachte es daher als meine staatsbürgerliche Pflicht, wirklich jeden Tag einen Apfel zu mir zu nehmen. Und das auch zu dokumentieren, und aus diesem Grund: Herzlich willkommen beim ersten, einzig echte Apple Watch Blog, welcome to the one and only Apple Watch Blog.

Das ist der Apfelbaum in unserem Garten, seine Früchte sind garantiert Bio, wenngleich ich nicht einmal weiß welcher Sorte sie sind.

  • Nach dem gestrigen Exkurs zum Flüssigapfel beschlossen eine Pause einzulegen.
  • Irgendwo zwischen Golf- und Tennisball rangiert mein heutiger Apfel, in Sachen Größe, nicht in Bezug auf Konsistenz oder Geschmack.
  • Heute herrscht Völlerei und Maßlosigkeit, und außerdem wird der Apfel heute verflüssigt zu mir genommen. Mit einem kleinen Experiment haben wir auch zu tun: Apfel und Kirsch von Bembel with care wird verköstigt. Unser gemeinsames Urteil fällt auf Mädelsgetränk.
  • Ich trotzte dem Regen, streifte mein rotes Schuhwerk und habe soeben den ersten Apfel ergattern. Ein kleines, grünes, festes Früchtchen. Er war so schmackhaft, dass mir der Sinn nach mehr Äpfeln steht. Aber morgen ist auch noch ein Tag.

Und um zu einer anderen alten Redensart zu kommen: Wer keine Äpfel kau(f)t ist Kommunist, im traditionell christsozialen Wortlaut: eine rote Socke.

Peter Tauber rettet Die Welt

»Löst Empörung Probleme?« fragt Peter Tauber in einem in Die Welt erschienenen Interview allen Ernstes zurück, als er sich nach über einem Jahr Nichtstun immer noch dem Vorwurf totaler Untätigkeit ausgesetzt sieht. Und das nicht mal eben von der Opposition, sondern ausgerechnet von den Hofberichterstattern von BILT Man möchte entrüstet antworten: »Nein, Lösungen lösen Probleme, Arschloch!«, aber plötzlich fühlt man sich an Star Wars, mit dem Imperator alias Peter Tauber und Angela Merkel als Darth Vader erinnert: Mit dem Wort „Empörung“ löst der Generalsekretär natürlich eben die aus, und das nur ihm gegenüber. Hiermit wird nach einem Jahr Merkel’scher Lethargie geradezu herausfordert sich der dunklen Seite und damit jener kurzatmigen „Empörung“ hinzugeben, zu der Peter Tauber mit diesem Satz die ganze außerparlamentarische als auch parteipolitische Oppositionsarbeit degradiert: zum Sturm im Wasserglas, zu impulsiven aber abebbenden Wallung, zum kurzatmigem „Dagegen!“. „Empörung“ gilt als reflexartiger Aufschrei, unsachlich und laut, eher ein unkontrolliert zu Markte getragenes Gefühl als Verlangen nach oder auf ein Grundrecht. Wer sich empört, artikuliert sich um sofort gehört und auf gar keinen Fall missverstanden zu werden.

Die konservative Leitkultur entkernt sich derweil selbst. Die ehedem als Partei der Inneren Sicherheit verkannte Union hat diese Kernkompetenz hiermit aufgegeben. Wer innere Sicherheit nicht einmal gegen unsere Verbündeten verteidigen kann wird erst recht daran scheitern die Feinde unserer inneren Sicherheit zu bekämpfen, seien es innere wie der NSU oder Äußere, die Peter Tauber beinah noch im selben Atemzug erwähnt mit dem er die NSA verteidigt: »Russland und China spionieren in Deutschland vermutlich noch viel mehr als die USA.«

Dem Interview mit dem General der Christdemokratischen Deutschen Union, Peter Tauber wohnt ein Zauber inne, der vom Anfang nämlich. Peter Tauber suggeriert als sei seine Parteivorsitzende in Funktion der Kanzlerin ubd Regierungschefin um Aufklärung bemüht und als stünde man am Anfang. Anfang stünde aber ein Ziel gegenüber, mit einem nachvollziehbaren Pfad von A wie Anfang bis Z wie Ziel. Die bisherige Reaktion auf die Veröffentlichung von Edward Snowden sind aber nicht einmal einer der unzähligen Sonntagsreden, Sommerinterviews oder eben Interviews wie diesem wert. Alles was wir von der Ausspähpartei, der Peter Tauber als Generalsekretär vorsitzt, bisher geliefert bekamen, waren Lippenbekenntnisse. Derweil holten sich die Verhandler Mal um Mal dicke Lippen und so manches blaues Auge aus Washington. Weder hat man den USA einen Papiertiger wie das No-Spy-Abkommen entlocken können, noch verzichten CIA oder NSA auf ihre Spionagetätigkeit, anstatt sie zurückgefahren erfahren wir widerspruchslos von immer eklatanteren Eingriffen in unser aller Privatsphäre und unsere ach so wertvolles Kronjuwelen. „Made in Germany“ wird seit Jahrzehnten von amerikanischen Diensten mit Wirtschaftsspionage zu „Made by Germany“ umgemünzt. Während es den Bürgerinnen und Bürgern in der öffentlichen Debatte vor allem darum geht zu erfahren beziehungsweise zu verhindern ausgehorcht zu werden, verschweigt die Partei mit den hohen Kompetenzwerten in Sachen Wirtschaft, das dieselbige seit Jahrzehnten ausgehorcht wird. Niemand hatte sich geglaubt, das die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ausgegebenen Empfehlungen der letzten zwei Jahrzehnte gegen die eigenen Bündnispartner gerichtet gewesen wäre. Das man Verschlüsselung etwa empfahl um davor sicher zu sein das Unternehmenswerte abgefischt werden könnten, um sich nicht etwa gegen China oder Russland abzusichern, wie gern behauptet wurde, sondern gegen die am Boden liegende Wirtschaft der USA hatten manche vielleicht geahnt, manche Fälle waren früh gut dokumentiert, aber wer sich dahingehend äußerte galt als Verschwörungstheoretiker, dem die Praxis fehlte. Heute wissen wir: Um der amerikanische Wirtschaft Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, die der Markt hätte schaffen sollen aber die Marktteilnehmer der USA verschlafen hatten, spioniert der amerikanische Staat bei befreundeten wie feindlichen Staaten und fischt ab was er kriegen kann. Während der deutsche Zoll mühsam weil Container für Container nachempfundenem Salatbesteck aus China nachsteigt, kopieren die USA Blaupausen für Hochtechnologie auf Zukunftsmärkten. Und die Antwort der Union, einstmals bekannt für ihren Sachverstand im in Sachen Wirtschaft? Sie sitzen da und verhandeln um TTIP, nicht zuletzt Peter Tauber: »Die Spionageaffäre ist kein Grund, nicht mehr miteinander zu reden – im Gegenteil.« Und das meint Peter Tauber so ernst wie das Amen in der Kirche.

Peter Tauber verhöhnt euch, liebe Opfer totaler Überwachung und wirtschaftlicher Ausbeutung. Angela Merkel tanzt auf auf dem Grab, indem die Bürgerrechte neben der soziale Marktwirtschaft rotieren. Die Union geht über die Stasi 2.0 genau so routiniert hinweg wie über Fukushima und den NSU. Es ist eine Ekel erregende Inszenierung absoluter Ohnmacht vorgetragen mit triefend staatstragender Pathos. Tauber und Merkel tun so, als hätten sie die Hosen an. Dabei stehen und Angela Merkel und ihre Union seit gut einem Jahr mit runtergelassenen Hosen an der Wand vor der USA, die überwacht wen sie will und dabei ausrichten lässt: „Fuck the EU!“ Wer sich so danach sehnt erniedrigt zu werden, hat nicht nur unser aller Vertrauen verspielt, sondern verdient es nie wieder.

Einzig zu einem ist dieses Interview mit Peter Tauber gut: Es rettet Die Welt, indem es ihr ein paar konservative Grüne als Abonnenten verschaffen, die dem Wahljahr 2017 als Erlösung aus der Oppositionsbank entgegen sehnen. Denen öffnet Peter Tauber die Tore weit: Wenn der Wunschpartner FDP, dem „die Totenglocken bereits geläutet wurden“, nicht zur Verfügung stünde, stünde einer Zusammenarbeit mit den Grünen nichts im Wege. So viel Beliebigkeit kennen wir sonst nur von der Kanzlerin. Das färbt ab. Und um die zu Anfang vom Interviewten gestellte Frage nach der Lösung des Problems zu beantworten: die Auflösung des Kasperlevereins den die Konservativen als Partei missverstehen wäre der erste Schritt in die richtige Richtung.

Nordkorea und Portugal im Finale – westlichen Qualitätsjournalismus, dank südkoreanischem Medienhack

Propagangnam Style: Südkoreanische Medienprofis schnibbeln ein Video zurecht, das den Eindruck vermittelt, Nordkoreas Medien vermittelten das Bild bei der Fussballweltmeisterschaft in das Finale gegen Portugal gekommen zu sein.

Und >deutsche Massenmedien wie BILT und Stern übernehmen die Meldung aufgrund eines häufig geklickten Videos ungeprüft. Wer ist da eigentlich derjenige, der das „Grobes Foul von Kim-Jong Un (…) (der) den Nachrichtenfluss im eigenen Land zu kontrollieren“ begeht? In Nordkorea ganz sicher er, in Europa füllen die selbe Funktion Silvio Berlusconi oder Friede Springer aus. Es ist halt immer eine Frage der Perspektive und wer den Propaganda-Filter geschickt genug bedient. Hut ab, Südkorea, ihr habt die deutschen Qualitätsmedien genarrt.

Andererseits kein großer Verdienst, westlichen Qualitätsjournalismus an der Nase herumzuführen, wenn der von den Verlegern ausgegebene Modus Operandi beinhaltet, Nordkorea in möglichst bizarrem Licht erscheinen zu lassen. Man fragt sich natürlich, wem es nützt, das die Welt denkt, der nordkoreanische Führer sei ein selbstverliebter Irrer, der die Medien manipuliere. Die hungernden Nordkoreaner wissen es schließlich nicht, sodass sie den Aufstand proben und den Norden des Landes die „Freiheit“ bringen würden, indem sie diese unsägliche Mauer beseitigen. Die Mauer in den Köpfen der westlichen Medien ist allein dazu da den Westen bei Laune zu halten, falls sich einmal die Gelegenheit ergibt, auf eine Provokation aus dem kommunistischen Staat reagieren zu müssen. Dann werden all die Berichte wieder zu einer Kollage zusammengefasst, die ein zuverlässiges Mosaik der Unzurechnungsfähigkeit der nord-koreanischen Führung zeigt. Es wird um die Bilder von Marschflugkörpern arrangiert, die Massenvernichtungswaffen in dem Land suchen. Und zehn Jahre später werden die alliierten abziehen und das Land sich selbst überlassen. Dann wäre, swas sich die Koreaner vermutlich am meisten wünschen: Nach fast 70 Jahren das erste Mal wieder ohne Besatzer.

Der Gipfel dieses Mediencoup, neudeutsch Medienhack, dürfte sein, das kein Nordkoreaner überhaupt etwas davon mitbekommen haben dürfte. Nordkorea zeichnet sich nicht nur durch ein Volk aus, das in Armut und Gefangenschaft lebt, sondern auch darüber über ein zu 100% gefiltertes Internet verfügen. An Stelle der „Great Firewall of China“ ist hinter dem Stacheldraht gar kein Empfang.

Das Fracking-Moratorium

Schwarzgelb hatte Fracking letzten Sommer kurz vor der Wahl eine Absage erteilt: Am 4. Juni beschloss die Fraktionssitzung von CDU/CSU das vorläufige Ende der Risikotechnologie. Merkel und ihre Union schloss damit auf zu Peer Steinbrück und der SPD, deren Regierungsprogramm sich seinerzeit wie folgt las:

Es fehlen noch viele und grundlegende Informationen, um die Auswirkungen und Risiken der Fracking-Technologie zu beurteilen. Wir setzen uns für einen Verzicht des Einsatzes von Fracking ein, bis alle Risiken für Gesundheit und Umwelt bewertet und ausgeschlossen wurden. Dieses Moratorium soll so lange gelten, bis Fracking-Metho- den ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, die zu einer schädlichen Veränderung des Grund- und Trinkwassers führen, zur Verfügung stehen.
Quelle: Formulierung im Regierungsprogramm der SPD zur Bundestagswahl 2013, S. 42

Und wie bei der „Merkelsteuer“ bahnt sich nun in der Großen Koalition eine Gleichung der Form 2+0=3 an: Weder soll ganz darauf verzichtet werden – wie von der Union populistisch in der heißen Wahlkampfphase eingeleitet, noch werden Forschungsergebnisse abgewartet, wie dem hohen zweistelligen Prozentsatz der Deutschen versprochen, die das experimentelle Fracking ablehnen. Nun will die neue Bundesregierung Fracking erlauben – trotz neuer Risikostudie. Das die Folgen für die Umwelt durch die in das Grundwasser injizierten Chemikalien noch nicht abschätzbar sind, vor allem die langfristigen Auswirkung und die bei massenhaftem Einsatz, dessen ist man sich sicher.

Das man ohne Gas aus Russland mit einer Energiekrise zu rechnen habe, die mit jener von den OPEC-Staaten verursachten gleich kommt, muss die Motivation sein über das Risiko für die Umwelt so wie damals für den Weltfrieden hinweg zu sehen. Seither demokratisieren die USA in schöner Regelmäßigkeit Erdöl-fördernde Länder und beuten ihre eigene Natur bis zur Unkenntlichkeit aus. Obama scheint genug Druckmittel aus den Telefonaten von Merkel in der Hand zu haben, um ihr den Wirtschaftskrieg mit dem europäischen Nachbarn aufzuzwängen. Obama scheint die Zerstörung von Alaska, der Küstenlinien der USA und die tödliche Gewaltspirale der „Allianz der Willigen“ gegen die islamische Religion und die arabischen Halbinsel noch nicht zu genügen. Stattdessen zwingt er Europa in einen Konflikt den weder Putin und Russland noch Obama und dessen hiesige westlichen Satellitenstaaten gewinnen können. Damit man mit einem Boykott Russlands auch ohne dessen Zulieferung von Gas zurecht kommt, so scheint sich hingegen die Bundesregierung sicher, will man nicht nur Fracking massenhaft zum Einsatz bringen. Das Repertoire nicht zu Ende gedachter, rumweltzerstörerischer Technologie ist groß, und die Energieunternehmen verabschieden sich zur Zeit pünktlich von Altlasten wie Atomkraftwerken, für die aus Russland ebenso kein Uran mehr geliefert würde, und wenden sich zuvorderst mit ihren Werbeagenturen und Wissenschaftlern neuen Themen zu die sich vermarkten lassen und Milliarden öffentlicher Förder- und Forschungsgelder versprechend, bis sie industriell ausgebeutet und schließlich auch wieder als Altlast an den Staat abgestoßen werden können. Der nun in aller Munde befindliche „neue Kalte Krieg“ hat längst begonnen, und es ist zum Großteil ein Wirtschaftskrieg. Er kommt in Form eines neuen Pakts daher, dieses Mal aus dem Westen. Der Washingtoner Pakt mit der EU verspricht ja nicht nur Chlorhühner und Genmais. TTIP verspricht eine Abgrenzung der beiden dahin vegetierenden Märkte Europa und USA zu einem nach Osten abgegrenzten Wirtschaftsraum, der sich gegenseitig bevorteilt. Hiermit will man aber nicht nur Russland und China ausgrenzen, den USA geht es auch darum den florierenden Handel mit Südamerika zu regulieren, und die Zukunftsmärkte dort unter seine Kontrolle zu bekommen.

Also kein vorläufiges oder gar endgültiges Ende von Fracking, keine weiteren Untersuchungen abwarten, keine Bedenkenträger zulassen, sondern: Fracking vorbehaltlos erlauben. Das eine mit nahezu 80% gewählte Bundesregierung 80% der Bevölkerung derart ignoriert ist ein Novum. Es ist die „Legal, illegal, scheißegal.“ Einstellung die ihr von den 30 Prozent der Wahlberechtigten (vulgo: Nichtwähler) unterstellt wird und die Politikverdrossenheit zusätzlich anfacht.

WaWe 10000

Deutschland rüstet sich (auf), kauft 78 Wasserwerfer vom Typ WaWe 10000 dazu, beispielsweise für Einsätze bei Blockupy, in Gorleben oder bei Fußballspielen. Das Problem nur: Das „neben Eiern auch Tennisbälle und halb gefüllte PET-Flaschen (0,5 l)“ die Panzerung des WaWe 10000 zum zerbersten bringen. Man möchte sich gar nicht ausmalen was geschieht, wenn die Beamten ihren Kollegen im WaWe 10000 Discounter- statt bemalter Bioeier, Fußbälle oder volle Glasflaschen an die Scheibe knallen, die natürlich gepanzert ist. Das die Vorgänger des Wasserwerfer WaWe 10000 vergitterte Fenster hatten, sollte nicht unerwähnt bleiben.
Das kann nur eines bedeuten: Eier oder Tennisbälle gelten (neben Regenschirmen und Clownskostümen) ab sofort als aktive Bewaffnung und sind somit auf Demonstrationen untersagt.

Update #1: Das Satiremagazin extra3 verfilmte die Präsentation der neuen Wunderwaffe angemessen:

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Noam Chomsky: „USA is one of the leading terrorist states in the world“

In einem Interview mit PressTV wendet der amerikanische Akademiker Noam Chomsky die Definition von Terrorismus auf die vergangenen zehn Jahre des »Krieg gegen den Terrorismus« an und kommt zu dem Schluss: Die USA ist eine der führenden Terrorstaaten in der Welt1.

In dem Zusammenschnitt das dem Video des Interview voran geht werden Bilder gezeigt die mich an die Eröffnung des Feldzug gegen den Irak erinnert haben, dem sich Bundeskanzler Gerhard Schröder damals verweigerte. Gerade die live in alle Welt übertragenen Bilder der Bombenangriffe auf die Paläste von Saddam Hussein haben sich mir in der schlaflosen Nacht ebenso ins Hirn gebrannt wie der in die Politik zurück kehrende Anstand und der Mut diesem Krieg nicht auch noch die ansonsten „uneingeschränkte Solidarität“ zu verweigern. Angela Merkel und Roland Koch waren seinerzeit bis ins Oval Office gekommen und an „George WW III Bush“ vorgedrungen, was Oppositions- und Provinzpolitiker eher selten gelingt und als Botschaft an das „Alte Europa“ gedacht war: „Seht her, eure Staatsoberhäupter ziehen den Schwanz ein, wir haben hier schon ein paar neue Führer für euch.“ Angela Merkel hat es ja dann tatsächlich geschafft und selbst Roland Koch konnte sich trotz zahlreicher selbst verabreichter ehr abschneidender Skandale geschafft sich die Mehrheit der konservativen Hessen Untertan zu machen.

Was mich zu zweierlei führt:

Um seine Meinung zu vertreten sind in westlichen Demokratien kaum noch Kanäle offen, und wenn man sie vertritt, muss man schon stahlharte Eier haben, wie Noam Chomsky, dessen Leben durch die Kritik aus den USA an den USA sicherlich nicht sicherer geworden ist.
Und einen deutschen Intellektuellen, wie Noam Chomsky gibt es nicht, jedenfalls fiele mir keiner ein der sich der Kriegstreiberei der politischen Führung entgegensetzt.

Immerhin hat Sigmar Gabriel auf den erheblichen öffentlichen Druck, der eher aus der Breite als von einer Spitze kommt, heute reagiert und eine neue Lieferung Kampfpanzer an einen der wichtigsten Verbündeten der USA, Saudi Arabien nämlich unterbunden. Vermutlich werden die jetzt an die USA und von dort aus an Saudi Arabien geliefert, was den von Sigmar Gabriel gepredigten Wein in der Rüstungsdebatte schon sehr verwässern würde. Und zeigt das er weder das Ehrempfinden noch den Mut hat sich Merkel oder gar Obama entgegen zu stellen oder etwa zu seinen Zusagen zu stehen.

  1. „United States is one of the leading terrorist states in the world“ []

Bubble P0rn

Sex sells, selbst so tun als ob 🙂

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Persilschein gegen Personenschutz

Mit so viel Selbstvertrauen ist allenfalls seine ehemalige Supermacht ausgestattet: Will die durch die USA erst ein- und dann durchgesetzte Regierung sich nicht dazu durchringen, durchdrehenden Amerikanern in Uniform einen strafrechtlichen Persilschein auszustellen, werden die abgezogen, so und nicht anders kann man »Besatzung nur gegen Straffreiheit lesen. In der Vergangenheit machten amerikanische Soldaten vor allem per halbwegs gezielter Tötung per Drohne, durch Misshandlung von Verdächtigen in Abu Greib, Amokläufe en mass, meist afghanische Zivilisten zum Opfer habend, durch Umgraben des halben Hindukusch per Clusterbomben usw. usf. von sich Reden. Damit all die Tötungen im „Krieg gegen den Terror“ nicht auch noch zivil- und strafrechtliche Konsequenzen hat, will Obama vom afghanischen Präsidenten Karsai, der es unter amerikanischer Aufsicht grad so vermochte in der Hauptstadt zu überleben, also nun Straffreiheit für alle potenziellen amerikanischen Streitkräfte, egal ob die auf Befehl und legal handeln oder willkürlich und im Blutrausch mit Kollegen killen. Ich finde: Change und Forward sehen anders aus.

Du oder Sie Wichser? Für dich immer noch: Sie, Wichser!

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Die deutsche Trennung des förmlich-respektvollen Sie vom Du kennen die meisten anderen Sprachen gar nicht. Klar, schließlich transportiert eine Anrede oder ein Grußwort trotz der schönsten Worte oft trotzdem genug Häme, Spott und Missbiligung das man so Fetzen gar nicht braucht. Der junge Mann im folgenden Video wollte deshalb wohl sichergestellt wissen, das die Beamtenbeleidigung seinerseits auch ankommt:

Quelle: Fefes Blog