Das nationale Routing

Neulich erklärte die Telekom, sie garantiere den Verbleib von E-Mails in Deutschland.

Für unsere Privatnutzer in Deutschland haben wir das nationale Routing bereits umgesetzt. Sie könnten sicher sein, dass ihre E-Mails auf dem Weg von Bremen nach München nicht das Land verließen, wenn beide Nutzer bei der Telekom seien.

Q: Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom AG im Interview mit der Welt

Ich frage mich, nach den letzten Sitzungen des Untersuchungsausschuss zu den Enthüllungen von Edward Snowden, wie viel so ein Ehrenwort des CEO der Deutschen Telekom wert ist, wenn deren Mitarbeiter, Juristen und Ingenieure, einräumen, das sie Datenverkehr ausleiten, hoffen das er nur an berechtigte Stellen weitergeleitet wird und der BND ganz freimütig eine Kooperation mit dem NSA nicht nur einräumt, sondern dank Persilschein aus dem Kanzleramt im europäischen Rahmen sogar noch auszubauen gedenkt.

Fuck you, WEB.De-Mail!

Mit einer E-Mail wie der folgenden verbreitete der so genannte WEB.DE Service Angst und Schrecken:

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Da heißt es schon im Betreff alarmierend „Achtung: Sie sind nicht erreichbar!“, und weiter im Text: „(E)s besteht Ihrerseits Handlungsbedarf“, was natürlich nicht stimmt, aber die schon geweckte Angst nochmals verstärkt. Man sei »per De-Mail derzeit nicht erreichbar!« wird wiederholt und mit Ausrufezeichen und mit Hervorhebung von nicht betont. Der kurzfristige Entschärfung des Zustands („könnten“) folgt die dramaturgisch hervorragend platzierten Absender, schließlich will niemand etwas von der Deutschen Rentenversicherung oder der eigenen Bank verpassen. Und schließlich setzen die Autoren Wissen und Kenntnisse voraus, die ich nicht einmal den handverlesenen Nutzern von De-Mail unterstelle, die auf solche an Nötigung grenzende, mit ziemlicher Sicherheit aber Wettbewerbsrecht tangierende werbliche Sendungen bereits hereingefallen sind.

Wer nicht weiß, was De-Mail ist, was das soll und warum man tunlichst die Finger davon lassen sollte, der sollte den Wikipedia-Artikel zu De-Mail lesen. Und an WEB.DE, für derlei Frechheit: Fuck you!

Angora

90 Prozent der weltweit gewonnenen Angorawolle kommt aus China, das der zugrunde liegende Fell steuern Hasen bei. Das folgende Video zeigt verschiedene Szenen der Prozedur, jede für sich nichts für schwache Nerven und alles in allem mehr als Tierquälerei.

Wenn man sich die Stellungnahme des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels1 so anhört kann einem Angst und Bange werden, der sagt nämlich das »für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren (sei, da d) ie meisten Händler (…) kaum einen Überblick darüber haben, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten«, Da man bei Produktion aus chinesischer Produktion generell vorsichtig mit Inhaltsstoffen sein sollte, könnte man auch schlicht und einfach sagen: Finger weg von Kleidung die in China produziert wurde, denn ob dafür Tiere gequält werden, Chemikalien beigemischt oder Menschenrechte ignoriert weiß man im Zweifelsfall nicht.

Anstatt durch den Kauf von Angora diese Tierquälerei mit zu finanzieren können sie neben den Verzicht darauf die Organisation Peta finanziell bei dieser Kampagne unterstützen.

  1. kurz: BTE, in Persona: Sprecher Axel Augustin []

Marius, eine dänische Giraffe, getötet im Zoo Kopenhagen im Namen des Artenschutz

Wieder ein Fall aus der Reihe „Tierschutz durch Tötung“, dieses Mal das Opfer: Marius, eine dänische Giraffe, getötet im Zoo Kopenhagen im Namen des Artenschutz. Das im Zoo viele Tiere sterben, deren Zeit normalerweise nicht vorüber wäre, ist nicht ungewöhnlich. Das eine Giraffe in einem Zoo, vor Publikum und der Kadaver im Anschluss an Raubtiere verfüttert wird schon1. Mir scheint sich allerdings die Debatte eher daran zu entzünden, das die Hinrichtung öffentlich stattfand, das ein gesundes Tier getötet wurde und das seine Überreste anderen Tieren zum Fraß vorgeworfen wurde. Das ist zwar auch ziemlich erschreckend. Dennoch glaube ich das, wenn man sich auf die Tötung einzelner, gezüchteter und in Gefangenschaft lebender Tiere konzentriert, der Massentierhaltung, der alltäglichen Jagd in unseren Breitengraden und der Ausrottung ganzer Spezies Tag für Tag nicht mehr den nötigen Raum für Empörung lässt.

Das ganze Bild der Maschinerie massenhafter Tötungen scheint mir sehr verzerrt. Und das nicht allein in Bezug auf Zoos, aber auch dort: Ob jetzt, wie in »Wir kaufen einen Zoo« die mögliche Liquidierung der Tiere als worst case scenario aber halbwegs realitätsnah in Aussicht gestellt wird, oder wie in anderen Filmen, die im Zoo und im Zirkus gedreht oder spielend animiert wurden: Die dramatische Geschichte mündet im Happy Ending, die ohnehin eher zurückhaltend gegängelten oder harmlos überzeichnet gequälten Tiere führen in der Mehrzahl im Anschluss an ihre 90+/- Minuten artwidriger Haltung ein anständiges Leben. So können die Eltern mit ihren Kindern nach Hause gehen ohne das sie verstört sind. Sie bringen ihren Kindern allerdings auch bei: Den Tieren geht es gar nicht so schlecht in ihrem Schicksal. Im schlimmsten Fall erwecken die Filme ja den Eindruck, die Tiere führten ein selbstbestimmtes oder gar zufriedenes Leben. In jedem Fall werden die Tiere als Individuen dargestellt, ihre Schicksale als Einzelfälle.

Als im letzten Jahr ein Video bekannt wurde, das einen Zirkusdirektor mit seiner Elefantendame beim Baden in einem See (oder ehrlicherweise: bei Tierquälerei) zusehen konnte, ging ein Ruck durch die deutsche Medienlandschaft. So kurz vor Weihnachten durfte das Bild, das so gern vom Zirkus mit seinen großen Artisten und kleinen Zoos gezeichnet wird, nicht getrübt werden und alle Medien bewerteten in vorauseilendem Gehorsam davon was auf dem Video zu sehen sei und warum der Protagonist, der ein bekannter Einzelfall sei, nun blühe.

Oder der für Artenschutz zuständige Amtslei(t,d)er im thüringischen Umweltministerium, der zu einer Konferenz zum Artenschutz aufbrach um sich nur ein paar Kilometer weiter vor einem soeben erlegten Leichnam eines Elefanten fotografieren zu lassen. Ob der Beamte dort auf Kosten seiner staatlichen Kostenstelle aufbrach oder nicht ist nicht gesichert, der zuständige Pressesprecher verkündigte noch bei Bekanntwerden reflexartig, das er sich nicht darum kümmere was die Kollegen in ihrer Freizeit machen. Der zeitliche Zusammenhang zu besagter Konferenz legte aber den begründeten Verdacht nah, das der Elefantenschützer und -jäger die Liquidierung seiner Schutzbefohlenen auch noch auf Staatskosten finanzierte. Wenig später nämlich, der Aufruhr hatte sich nicht wie erhofft gelegt, verkündete dann nicht mehr nur irgend ein Pressesprecher sonder der Minister: Strafversetzung des Beamten. Auch wieder ein Einzelfall, der mit der Versetzung, dem höchsten Strafmaß für beamtete Nichtsnutze geheilt sei.

Aber es sind keine Einzelfälle, sie sind systemisch. Und wenn es auch für die fehlende oder Doppelmoral kein Heilmittel gibt: ein Zirkus und ein Zoo kann verboten werden, dienen sie doch der Unterhaltung oder höchstens der Bildung durch Anschauung. Viel wichtiger ist der dritte und schon angedeutete Fall von Tierquälerei, der wir uns alle entziehen, teils indem wir nichts davon wissen wollen oder auf andere Lebensmittel ausweichen, sobald Skandale eine Tierart kurze Zeit für den Verzehr unmöglich machen: Ich schreibe von der Fleischeslust. Der Konsum von Fleisch war noch nie so ausgeprägt wie zu dieser Zeit. Und je mehr fertig zubereitet auf den Tisch kommt, umso entkoppelter ist der Mensch von der Produktion. Und kein Produktionsprozess erzeugt so viel Leid wie der von Fleisch, auch wenn die Fleischlobby zur Zeit viel Geld investiert das Gegenteil zu behaupten.

Der so stattgefundenen Entkopplung der Gesellschaft von den Prozessen sollte man beikommen, indem man die Gesellschaft an die Prozesse heranführt. Das kann freiwillige und über ökologischen Landbau geschehen, aber seien wir ehrlich: 1. Deutschland und Europa steht vor einem nie dagewesenen Wirtschaftskollaps, die Menschen werden nicht mehr sondern weniger Geld zur Verfügung haben um sich zu versorgen, und Biofleisch kostet eine Menge Geld. 2. sind freiwillige Angebote so gefragt wie kostenlose, nämlich höchstens dann wenn ein Mehrwert für den Rezipienten heraus springt. Wer Verständnis für die Produktionsprozesse erzeugten will, und nicht nur zum kurzfristigen Nachdenken über Massentierhaltung anregen, wer beim Konsumenten maßvollen Umgang mit einer lebenden Resource erwarten will, der muss sich damit abfinden das er den Konsumenten dem Prozess selbst zuführen muss. Analog zu den bevorstehenden Warnungen vor Raucherkrebs und wie im Nachgang zu apothekenpflichtigen Medikamenten würde ich Werbung für tierische Produkte mit Hinweisen zum Schicksal der dahinter stehenden Wirbeltiere versehen. Und zwar realistisch. Schüler würde ich, ab einem Altern in dem ihnen das zuzumuten ist, in die fleisch verarbeitende Industrie, so wie es üblich ist einen Zoo oder Ausbildungsbetriebe zu besuchen: als Anschauungsunterricht. Man kann nicht erwarten das jemand ein realistisches Gefühl für Tiere entwickelt, die für seinen Hunger sterben müssen, wenn die einzige Berührung mit Tieren Haustiere sind die Eltern irgendwann still und heimlich im Klo entsorgen, oder destrukturiert als Scheibe eines Burger oder Teil eines „Döner nur mit Fleisch“.

  1. Sekundärquellen Spiegel Online, Daily Mail []

Putenfleischproduktion unreguliert, Dank an Ilse Aigner und ihre CSU

Für die keinerlei spezieller rechtlicher Regelungen unterworfene Putenfleischproduktion scheint mit Bundesverbraucherschmutzministerin Ilse Aigner (CSU) ein Traum in Erfüllung gegangen zu sein: Weitere vier Jahre unbehelligt von Mindeststandards für einen halbwegs anständigen Umgang mit den Tieren sind vorüber, und mit wenig Glück gelingt es Ilse Aigner auch weitere vier Jahre in Berlin zu installieren, mit den entsprechenden Vorzügen für die „betroffenen“ Unternehmen und den Nachteilen für die in 9 von 10 Fällen in Ställen mit 10.000 Artgenossen gefangenen Tieren. Nach rund 20 Wochen Mast unter teils atemraubenden Bedingungen und brutalst möglichen Behandlung haben Puten aus Massentierhaltung sich spätestens überlebt und werden ihrer Verwertung zugeführt: Was bis dahin nicht vernichtet wurde, was bei einer planmäßigen Ausfallquote von etwa 10 Prozent 1 Millionen vorzeitig an den hygienischen Zuständen bei der Haltung oder Handhabung durch das unqualifizierte Personal nicht selten vorkommt, wird erst auf kleinsten Raum gepfercht und dann lebend, kopfüber aufgehängt ermordet um schließlich als Putenschnitzel und Putenwürstchen, Pute als Aufschnitt oder Puten-Schinken im Discounter und Supermärkten in den Kühltruhen zu landen.

Gutten Appetit.

Geflügen-Thesen gegenüber lebendigem Geflügelverwesen

Derzeit macht die „deutsche Geflügelwirtschaft“ Werbung mit „Geflügen-Thesen“, und mehr als das sind sie auch nicht. Es wird beispielsweise behauptet, „moderne Haltungsmethoden verbessern das Tierwohl“, doch ausgehend vom Status Quo, das Massentierhaltung Verwesung bei lebendigem Leib bedeutet, gäbe es auch kein Spiel nach unten. Das perfide Spiel das mit den aseptisch gestalteten Anzeigen getrieben wird, zeigt sich dabei nicht nur in den Lügen, die über die Geflügelhaltung verbreitet werden, sondern viel subtiler bereits im Symbolbild und Logo, das Umrisse von gesunden, voll gefiederten Hühner zeigen, mit aufrechten Gang und aufgestelltem Kamm. Wie es in der Realität in der „deutschen Geflügelwirtschaft“ aussieht, kann man bereits im Disounter in Erfahrung bringen: Haben sie sich schon mal gefragt, wie es möglich ist das ein Ei ein paar Cent kostet, die Geflügelindustrie aber gleichzeitig regelmäßig Anzeigen schalten kann, die Millionen kosten? Peta, eine professionell aufgestellte Organisation im Kampf um Tierrechte liefert ebenso regelmäßig Indizien, die dem Image, das die Anzeigen der „deutschen Geflügelwirtschaft“ mittels ihrer „Geflügel-Thesen“ widersprechen, unwiderlegbare Videobeweise beispielsweise aus deutscher Geflügelhaltung und ihrer Opfer. Video wie dieses, das auch Hoffnung gibt:

Wo ist das die „Verantwortung, die Qualität erzeugt“, wie es im Slogan der als Anzeige getarnten Propaganda und eines Debattenaufruf heißt, der dazu aufruft die These zu widerlegen: »Denken Sie nicht? Ihre Meinung ist gefragt« heißt es darin. Meine ist, das die darin erwähnte aber hier aus gutem Grund* nicht verlinkte Website nur zu einem Gut ist, Selektion einiger wohlfeiler Kommentare. Aus dem Grund habe ich mal selbst die Frage gestellt, »Warum kostet ein Ei aus ihren Legebatterien nur ein paar Cent, aber ihre Kampagne einen siebenstelligen Betrag?« und warte jetzt auf Antwort. Mehr dann hier.

*unzensiert heißt nicht, Propaganda zuzulassen

Pferdefleischlasagne für Politiker!, oder: Debatten diskreditieren per Derailing

Die sieben Punkte, die das unter Rot-Grün geschaffene, in der Großen Koalition auf Eis gelegte und nun in Abwicklung befindliche BMELV als „Konsequenz“ aus dem Skandal um Pferdefleisch in so nicht ausgezeichneten Lebensmitteln vorgelegt hat, sind Vorschläge, über die noch nicht einmal im Ministerium diskutiert wurde, sonst hätten sie entsprechende Gesetze und Verordnungen in die oberste Verbraucherschützerin „aller Deutschen“ Angela Merkel den nötigen Druck aufgebaut und etwaiges durchgesetzt.

Das 7 Punkte Papier entstammt weder der Intelligenz des Ministerium, noch ihrer Spitze noch der ihr nachgelagerten Speichellecker und Pressestab. Was da so eilends veröffentlicht wurde entstand vermutlich extern und auf zusätzliche Kosten der Steuerzahler. Aus dem Hut gezaubert wurde ein Papier, und Ilse Aigner schickt Bündel in die Gegenrichtung. Ja, es ist in Ordnung Öffentlichkeitsarbeit an Externe abzugeben, die davon mehr verstehen. Wenn man aber das eigene Kompetenzfeld abgibt, kann man auch gleich das Ministerium schließen.

Ob politische Beratung tatsächlich damit ihr Geld verdient? Werfen wir doch mal einen Blick in die Selbstdarstellung eines solchen Unternehmens, dann wissen wir gleich welche Metadaten Ilse Aigners neuestes Machwerk tragen dürfte: »Issues Management und der sichere Umgang auch mit komplexen und kritischen Themen sind die Basis für erfolgreiche Steuerung von Meinungen.« Ein Mittel zum Zweck sind solche Papiere.

Andere sind das einfache Aussitzen, oder diskreditieren der Debatte: In dieser Phase befinden wir uns zur Zeit: ein Provinzpolitiker der CDU hat vorgeschlagen, die Lebensmittel an Bedürftige abzugeben. Nicht allein das nah Bildnis vom Hunger in Afrika kontra der singulären Vernichtung einzelner Mahlzeiten hier, früher so oft wie das Wetter am nächsten Tag bemüht um Kinder zu vermitteln wie wichtig es sei den Teller leer zu machen, sondern vielmehr das perfide vorgespielten Kümmerer der Konservativen gegen Bedürftigkeit, indem man den Armen Brosamen hinwirft und aus der Situation mit einem vermeintlich konstruktiven Vorschlag noch das Beste zu machen vorgibt ist es was dem Populisten aus den Reihen der CDU vorzuwerfen ist. Unwahrscheinlich das er allein handelte. Vermutlich erhielt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer einen Anruf eines Parteifreunds, der der selbe gewesen sein dürfte, der den Vorschlag letztlich an BILT lancierte.Die schickten einen Fotografen, und  Hartwig Fischer war es nicht zu peinlich für den, seine Angie und deren Busenfreundin Friede Springer beim Essen einer Lasagne ablichten zu lassen. BILT machte das am Wochenende zur Headline und sorgte so für angemessene Breitenwirkung, während Bundesminister Dirk Niebel den Vorschlag nur noch in die Bundespolitik zu hebeln versuchte. Die laufende Diskussion so zu diskreditieren, indem ansonsten nicht einmal peripher mit dem Thema befasste Politiker das (eigentliche und ernste) Thema zur Lachnummer machen, ist eine besondere Form des so genannten „Derailing„.

Gepaart mit der vermeintlich konstruktiven Auseinandersetzung der mit dem Thema befassten Bundesministerien entfaltet es selbst dann seine Wirkung, wenn der Bürger direkt betroffen ist. Noch als nicht klar war, in wie vielen Lebensmitteln Zutaten sind, die da nicht rein gehören und auch nicht aufgedruckt wurden, bemühte man sich um die Darstellung, das es sich um Einzelfälle handele, deren Verursacher mit „krimineller Energie“ skrupellos Gewinne machen. Als aus der Pferdefleischlasagne dann Döner wurde, und aus dem Döner dann eine Reihe anderer Proben ergaben, das deren maßgebliche Grundlage einmal Schweif trug, geriet das Ministerium wohl in Panik. Mittlerweile existiert nicht nur das Papier, sondern sogar eine eigene Website, die das Thema thematisiert, das im Ministerium selbst bisher ausweislich des (ausgebliebenen) Regierungshandelns und der Inschutznahme durch parteiische Dritte. Ist es nicht viel wahrscheinlicher, das die angeschlagene Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner von ihren Kollegen aus den Union-geführten Ländern deshalb so viel Zuspruch erhält, weil sich noch ein Rücktritt im Wahljahr vielleicht schwieriger als erfolgreiche Amtszeit verkaufen lassen könnte?

Wenn, wie von so vielen Provinzpolitikern von CDU/CSU behauptet, kriminelle Energie Einzelner zur gegenwärtigen Gemengelage im Kühlregal geführt haben sollte, warum tauchen dann jetzt sukzessiv an so abwechslungsreichen Orten neue Verdachtsfälle auf, die sich kurz darauf bestätigen. Wenn, wie die selben Provinzpolitiker der Union behaupten, die bestehenden Kontrollen genügten, warum dauert es nun so lang, den Hufabdrücken zu folgen? Muss man die Reiterin Ilse Aigner wirklich aufs Streitross heben, damit sie ihrem Job nachgeht? Müssen immer irgendwelche PR-Agenturen ihren eigentlichen Job und den der Bundesministerien vollumfänglich erledigen, damit konservative Politiker um die Welt reisen, nur um dann zu verkünden, das zu Hause doch alles Bestens ist und trotz allem nichts im Argen liegt?