Nebenverdienstnachweis

Eben erfahren: In der FAZ erfährt man anschaulich, welche Fraktion(äre) wie viel nebenher verdienen. Ein weiteres zukunftsweisende Projekt in Sachen Datenjournalismus. Leider, wie so oft, etwas spät. Ich brauche niemanden an die letztjährige Kampagne gegen Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) zu erinnern, der zuletzt seine gesamten Einnahmen offen legte. Die beiden Boulevardblättchen von Friede Springer, Busenfreundin von Kanzlerin Angela Merkel, hatten über ein halbes Jahr hinweg Demontage des konkurrierenden Kanzlerkandidaten betrieben und auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung machte damals mit. Das sie das Thema retrospekti halbwegs wertneutral aufbereitet darstellt ist der zweite große Skandal der jüngeren politischen Berichterstattung, die wenig später als Papageienjournalismus klassifziert wurde: Volker Zastrow hat stellvertretend und dessen Ehre zu retten versuchend ein Buch namens Die phantastischen Vier veröffentlicht, lang nachdem die Jagd auf Andrea Ypsilanti beendet und ihre Chance erste hessische Ministerpräsidentin zu werden begraben wurden. Treppenwitz der Geschichte: Peer Steinbrück war einer der härtesten Kritiker der damaligen Rot-Rot-Grünen Planspiele, sein Zitat von „Pech und Schwefel“ blieb unvergessen. Und gerade das sollte einem vor Augen führen: Vor den bezahlten Kritikern ist kein Genosse sicher. Und umso ernüchternder der Fakt: Die lukrativsten Nebentätigkeiten haben Christdemokraten und Christsoziale, und zwar mit großem Abstand; denn allein im ersten Halbjahr war einer allein schon Nebeneinkommensmillionär. Das bezahlte Nebentätigkeit Betrug am Wähler sind sollte angesichts solcher Summen nicht verwundern.

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