Niebelkerze

Bill Gates hat eine Stiftung gegründet, um sein Geld nicht nur zu spenden, sondern seine Verwendung maßgeblich zu beeinflussen. Dürfte vor etwa zehn Jahren gewesen sein, lang nachdem er versprach große Teile seines Vermögens zu spenden. Und im letzten Jahr kamen einige Wohlhabende hinzu, die „Eigentum verpflichtet“ einlösen wollten.

Nun steht der Verteilung von Geldern für medizinische Großprojekte, wie die Bekämpfung tödlicher Krankheiten oder Impfungen der Korruptionsvorwurf entgegen. Und weil Gates ja den Daumen drauf hat, kann er mit gutem Gewissen folgende Einschätzung sachkundig in die Mikrofone von CNN abgeben: »Well the Global Fund does a fantastic job. [It has seen about 3% or 4% of the money it spends not be applied properly.]«.

Drei, vier Prozent Korruption vielleicht, möglicherweise auch zu hoher Verwaltungsaufwand an er ein oder anderen Stelle. Dem stehen aber grundsätzliche Projekte gegenüber, die der Weltgesundheit zu Gute kommen. Und der Herr Niebel, der eben (=vor der Wahl) noch das Entwicklungshilfeministerium zerschlagen wollte, und jetzt (=nach der Wahl) seine Parteifreunde mit Jobs im Ministerium und den ihm nachgeordneten Organisationen versorgt, wirft also den begüteten Organisationen Misswirtschaft und Korruption vor.

Und aus diesem Grund, wegen drei bis vier Prozentpunkten (die den Presseberichten zur Folge auf bis zu 70 Prozent aufbläht wurden ((Bis zu zwei Drittel der Spenden versickern; Frankfurter Rundschau; beispielhaft) zu Ungunsten ihres ursprünglichen Zwecks hat Bundesentwicklungshilfeminister Niebel (FDP) sämtliche Hilfen kurzerhand eingefroren. Was für ein Mann von Welt, was für eine Niebelkerze.

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