Qualitätsjournalismus trifft Sicherheitsbeamte

»Ermittlungen zum Bombenalarm: Sprengsatz in Bonn war offenbar „extrem gefährlichen Sprengsatz“« »Ist Bonn nur knapp einer Katastrophe entgangen, (.. mit) eine(r) ähnlich verheerende Wirkung wie der Terroranschlag von Madrid 2004?« Nein, lieber Focus, denn wie ihr genau einen Monat später kleinlaut statt einer Headline als Tickermeldung richtig stellt: »Bonner Bombe hatte laut Zeitung doch keinen Zünder«. »Der beim versuchten Bonner Bombenanschlag verwendete Sprengsatz hatte einem Zeitungsbericht (nicht des Focus!) zufolge doch keinen Zünder. Die Bombe sei nicht sprengfähig gewesen, zitiert die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» einen hohen Sicherheitsbeamten. Bisher hieß es, der Zünder sei wahrscheinlich ausgelöst worden, aber wegen eines Baufehlers nicht explodiert.«

Glücklicherweise gibt es bald das Leistungsschutzrecht, dann verlinkt niemand mehr auf Aufmacher, die sich im Nachhinein als aufschneiderische Panikmache herausstellen. In Anbetracht solcher Schlagzeilen fühlt man sich an die Ära Bush junior erinnert, als die Terrorwarnstufe jeden Tag noch ein Nuance bedrohlicher wurde.

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