Illuminierte Wahrzeichen und Wegsehenswürdigkeiten

Wenn in Paris, London oder New York Menschen sterben, illuminieren eilig alle Alliierten ihre Sehenswürdigkeiten; explodieren aber in Kabul oder St. Petersburg Bomben, nicht – man hüllt sich stattdessen in die obligatorische, wohlfeile Beileids- und Solidaritätsbekundungen. Illuminierte Wahrzeichen für Alliierte und Wegsehenswürdigkeiten für Kombatanten und Kollateralschäden, so weit ist es schon gekommen mit der moralischen Überlegenheit bei uns im Westen. Wenn Menschen sterben, sterben Menschen, nicht „die Russen“, „die Muslime“ oder die anderen unbekannten Opfer im „Krieg gegen den Terror™“. Das Signal der „westlichen Wertegeschmeinschaft“ (sic!) ist klar: Wir haben kein. Wenn die Menschenrechte, so etwa die auf Unversehrtheit, nicht gleich verteilt sind, dann kann man auf die auch verzichten. Wird ja auch. Die USA bombardieren in über einem dutzend failed states in aller Welt regelmäßig mit „Präzisionswaffen“, die in regelmäßigen Abständen mehr unbeteiligte Zivilisten ausradieren, als bei Terroranschlägen „im Westen“ in Jahrzehnten ums Leben kommen. Und auch das ist ein unlauterer Vergleich, der nämlich zwischen absolutem Bodycount und emotionalen Nutzen per subjektiver Sicherheit. Zeit den Stock aus dem Arsch zu kriegen, den die Konservativen da haben, und Terrorismus als soziale und gesellschaftliche, nicht geo- oder innenpolitische anzugreifen. Ohne die westliche Wertegemeinschaft geht das nicht, aber indem sie wegsieht, wenn andernorts Anschläge passieren, das geht auch nicht.