Die Krise die sich Kanzlerin nennt

Helmut Kohl erhielt sicher nicht ganz ohne sein Zutun den Titel „Kanzler der Einheit“ angedichtet, obwohl er die friedliche Revolution allenfalls wohlwollend in Empfang genommen hat: Bürger_innen der DDR sind gegen den Unrechtsstaat auf die Straße gegangen und haben sich ihre Freiheit erkämpft, ohne das zumindest währenddessen ein Schuss fiel.

Und nun regiert die übernächste und erstmals ostdeutsche Kanzlerin, der sogar die wohlmeinendsten attestieren, sie herrsche mit ruhiger Hand, was so viel meint was alle denken: Sie glänzt mit Untätigkeit. So kann man immerhin auch nichts falsch oder schlechter machen, könnte man sagen. In Zeiten der Krise ist das ja schon was. Man stelle sich vor Gerhard Schröder wäre bei der Jahrhundertflut an den Deich gegangen und hätte für Luftentfeuchter geworben. Aber nein, der stand auf dem Deich, in Gummistiefeln und tat auch: eher nichts. Aber Gerhard Schröder hatte andere Verdienste, etwas 300.000 SPD-Mitglieder in Folge der Hartz-Reformen zu verlieren. Darauf kann die Kanzlerin nicht bauen.

Angela Merkel kann nach 9 Jahren eigentlich nur vorweisen, nicht mehr kaputt gemacht zu haben als ohnehin schon war: Nachdem sie ganz Europa ein Spardiktat aufgenötigt hat, stehen die Wirtschaftsindikatoren auch für Deutschland wieder auf Abwertung bis Absturz, die Arbeitslosenzahlen werden in Folge dessen auch hier explodieren und die zahllosen Baustellen, die ihre eigenen Minister aufgerissen haben, angefangen von den Agenda für das Digitale, bei der bis auf heere Ziele noch nichts heraus gekommen ist, bis zu Milliarden, die im Gegensatz dazu für den so genannten Verteidigungshaushalt fehlen, obwohl die bereitgestellten von der designierten Nachfolgerin oder ihren (ebenfalls von der Union gestellten) Vorgängern nicht abgerufen wurden. Gleichzeitig heimst die Sozialdemokratie ihre ganzen Versprechen ein, die sie ihren Wählern vor der Wahl gemacht hat, jedenfalls den Großteil derer, und das in Rekordzeit: Mindestlohn, wenn auch mit vielen Einschränkungen, Rente mit 63, zugegebenermaßen von den Nachfolgegenerationen bezuschusst, Vereinbarkeit von Familie und Karriere, usw. usf.

Es zeichnet Merkel also nicht nur aus, das sie Krisen aussitzt, sondern ihr auch vorsteht, und zwar in Form ihres eigenen Apparats als auch durch Nichtstun in Gestalt natürlicher Konsequenzen aus dem Nichtstun, nämlich durch das Handeln Dritter.

Merkel hat den Titel „Krisenkanzlerin“ redlich verdient. Sie manifestiert die selbe Untätigkeit, die Kohl über 16 Jahre ausgezeichnet hat, in einer allenthalben gefeierten Kultfigur, für die kein Nachfolger in Sicht ist. Wie seinerzeit unter Kohl. Aber ihre 16 Jahre sind ja nur angebrochen und nicht abgelaufen. Der Kanzlerin die sich Krise hat noch eine weitere Legislaturperiode vor sich, und alle Umfragen lassen darauf schließen das sie es wieder wird: Wenn am Sonntag Wahlen wären, wären die Deutschen abermals so dumm die Krise die sich Kanzlerin nennt wieder zu wählen. Das spricht eher für eine Bevölkerung aus Dichtern, nicht Denkern.

(Disclaimer: Der Autor ist kritischer Sozialdemokrat.)

Unsere Demokratie wird am Hindukusch vorwärts verteidigt

Es braucht mal wieder investigativen Journalismus, unserer Frieden stiftenden Bundeswehr einen Spiegel vorzuhalten. nike air max 1 Eine von ihr durchgeführte Offensive hatte 27 tote Zivilisten zur Folge. Man könnte behaupten, das fiele in Anbetracht der Zielsetzung der gesamten Mission unter humanitäre Katastrophe, denn eigentlich wollten wir Afghanistan die Demokratie bringen und unsere eigene dort verteidigen, oder konkret: Brunnen zu bohren und afghanische Mädchen den Schulzugang zu ermöglichen. Stattdessen lagen plötzlich 27 tote Zivilisten im Dreck, und weder die Bundeswehr noch das Verteidigungsministerium als oberster Dienstherr noch die Kanzlerin hielt es für nötig einen Kommentar abzuliefern. Nochmal: kein Kommentar trotz über zwei Dutzend toter Zivilisten, 27 afghanische Männer, Frauen, Kinder. https://twitter.com/springfeld/status/487309901342191616 Was beschäftigte unsere Konservativen während dessen, also im Jahr 2010? Sie beanspruchten zur selben Zeit den Begriff „Gefallene“ für tote Soldaten der Bundeswehr: Sogar die Kanzlerin baute das Thema anlässlich drei toter Soldaten bei einem Friedenseinsatz in ihr Redemanuskript ein. asicss neakers pas cher Man könnte meinen, es ginge ihr um die Toten oder Hinterbliebenen. nike air max thea Vermutlich war es aber plumper Patriotismus getränkter Populismus angesichts drei Särge von einer Mission über die 80 Prozent der Deutschen seinerzeit schon sagte das die Bundeswehr in ihrem Namen seit Jahren am Ziel vorbei operierten. Es ist ein Trauerspiel, das aus Frieden sichernden Blauhelm-Missionen zu Anfang des wiedervereinten Deutschland Krieg spielen für die Bundeswehr Normalität geworden ist. Und mit Trauerspiel meine ich nicht einmal die hohe Zahl der Toten, die beispielsweise ein Bombardement zweier Tanklaster bei Kundus forderte. asics 2018 sitemap Oder eben jetzt 27 Tote bei der größten Offensive deutscher Soldaten seit dem zweiten Weltkrieg, bei dem auch »auch Artillerie, Kampfflugzeuge, Schützenpanzer und Kampfhubschrauber eingesetzt« wurden. Für einen Polizeieinsatz, als der der Afghanistan-Krieg lange Zeit verkauft wurde, ziemlich große Kaliber. Was ich als Trauerspiel verstehe, ist nicht die moralische Verkommenheit, mit der „Gefallene“ überhöht und zivile Opfer totgeschwiegen werden. Es ist auch nicht dar hohe ethische Anspruch, dem Deutschland aus seiner jüngeren Geschichte erwächst, und dessen Verleugnung in Folge akuter Geschichtsvergessenheit ich als Trauerspiel bezeichne. Es ist vielmehr der schlichte Fakt, das 2010 nicht notwendig gewesen wäre mittels einer Offensive Bundeswehrsoldaten in Gefahr zu bringen, in der sie umkommen könnten, dann noch Kollateralschäden zu verursachen, die nur den Terrorismus befördern, den wir dort zu beseitigen versuchen. nike air huarache 2010 war die Debatte um den endgültigen Abzug aller alliierten Soldaten längst von konkreten Planungen begleitet. Es gleicht dem Prinzip „Verbrannter Erde“ in so einer Situation noch im großen Stil Krieg zu spielen, nur noch schlimmer, bedenkt man: Die oben erwähnte und verlinkte Rede von Angela Merkel, in der die Kanzlerin drei tote Soldaten betrauerte, ging der Offensive nur wenige Monate voraus. Es braucht nicht viel analytische Denken um den Zusammenhang zwischen der höchsten Zahl toter Soldaten und der „größten Offensive der Bundeswehr seit dem zweiten Weltkrieg“ herzustellen. Man könnte auch einfach sagen, das die Bundeswehr einen Rachefeldzug vollzog, während die Kanzlerin an der Heimatfront den Ruf und den Rufnamen toter Bundeswehr-Soldaten in „Gefallene“ umdeutelte. Das Trauerspiel ist das die Bundeswehr unter den Augen der veröffentlichten Meinung in eine Offensivarmee verwandelt wird, die Großoffensiven unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchführt, bei denen leider auch Zivilisten sterben und das es Kriegskanzlerin Merkel nicht für nötig hält oder sich nicht traut dieses Faktum einer größeren Öffentlichkeit vorzutragen. Wir haben eine Kanzlerin, die Krieg führt, im Irak gern geführt hätte, und keiner deutet darauf hin; einen „Krieg gegen den Terror“™ der längst zu einem gegen Zivilisten geworden ist.

1125 Euro

Die Ebola-Epedemie in West-Afrika ist außer Kontrolle. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation lange Zeigt schlief um dann zuerst zu zaghaft und zögernd einzugreifen, um dann mit Straßensperren gegen diese Seuche vorzzugehen verstarben binnen weniger Wochen 2400 Menschen vor allem in Sierra Leone und Liberia. Mit dem Wissenschaftler des größten und angesehensten Instituts für Tropenkrankheiten  zu schreiben. »Liberia ist verloren«1 Nun hat sch das Land bilateral an an uns gewandt, mit einem persönlichen Brief an die Kanzlerin. Ein ungewöhnlicher Vorgang, aber außergewöhnliche Zeiten erfordern mutige Schritte. Üblicherweise unternimmt die Weltgesundheitsorganisation die Koordination im Kampf gegen solche Ausbrüche, aber wie schon angedeutet ist sie nicht sonderlich zügig darin. Und Zeit ist für die Menschen vor Ort der kritische Faktor. Weil die Antwort ausblieb, wurde der Wortlaut nunmehr veröffentlicht:

Ich übermittle Ihnen Grüße vom liberianischen Volk und in meinem Namen. Lassen Sie mich zunächst unsere Dankbarkeit für die Unterstützung ausdrücken, die Sie uns in der Mano River Union im Kampf gegen diesen beispiellosen Ausbruch des Ebola-Virus gegeben haben. Das deutsche Volk ist über die Jahre ein verlässlicher Partner gewesen und wir sind aufrichtig dankbar.
Liebe Kanzlerin Merkel, wie Sie inzwischen wissen, hat der Ausbruch die von uns bislang versuchten Maßnahmen der Eindämmung und Behandlung überwältigt. Unsere bereits begrenzten Ressourcen sind zum Zerreißen gespannt und bis jetzt hat nur ein privates Hilfswerk, Ärzte ohne Grenzen (MSF), in allen betroffenen Ländern robust reagiert. Aber auch sie sind an ihre Grenzen gestoßen. Ohne mehr direkte Hilfe von Ihrer Regierung werden wir diese Schlacht gegen Ebola verlieren. Eine WHO-Untersuchung, durchgeführt mit anderen Partnern und unserm eigenen Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt, projiziert tausende Fälle über die nächsten drei Wochen.
Der Virus breitet sich exponentiell aus und wir haben ein begrenztes Zeitfenster, um es aufzuhalten. Weit über 40 Prozent der gesamten Fälle sind in den vergangenen 18 Tagen aufgetreten. Unsere Botschaft ist angekommen, und unsere Bürger melden sich oder bringen ihre Angehörigen. Aber unsere Behandlungszentren sind überfordert. MSF leitet nun eine 160-Betten-Einrichtung, die weiter expandieren wird.
Dies ist die größte Ebola-Behandlungseinrichtung in der Geschichte der Seuche, und selbst sie ist unzureichend. Um die Übertragungskette zu brechen, müssen wir die Kranken von ihren Familien und Gemeinschaft isolieren, aber das ist unmöglich, weil sie nirgendwo hingebracht werden können. Wir sind gezwungen worden, Kranke abzuweisen. Wir schicken sie nach Hause, wo sie ein Risiko für ihre Familien und Gemeinschaften darstellen. Ich bin ehrlich mit Ihnen wenn ich sage, dass in diesem Tempo wir die Übertragungskette nie brechen werden und der Virus uns überwältigen wird. (Q: taz)

Das Schreiben ist datiert auf den 9. September. Bei Bekanntwerden gestern war das Schreiben bereits eine Woche im Posteingang der Kanzlerin. Einer (sic!) der Pressesprecher musste nun gestern einräumen, das dieser Hilferuf bekannt sei. Und man „in wenigen Tagen antworten werde“. Und man bereits 2,7 Millionen Euro bereitgestellt habe.

Das er erst notgedrungen reagiert, nachdem Merkel ertappt wurde, ist schon eine Frechheit. Das bei den vielen Toten täglich noch um einige Tage Geduld gebeten wird ist zynisch. Und deshalb, eine ebenso zynische wie menschenverachtende Kalkulation auf Basis des reinen Zahlwerts, mit die Bundeskanzlerin den Pressesprecher der Bundesregierung die Hauptstadt Presse abwimmeln lies: Merkel glaubt Deutschland mit 1125 Euro pro Kopf aus der Pflicht nehmen zu können. Das sind jene 2.700.000 Euro, die sich die Bundesregierung ohnehin verpflichtete zu helfen, dividiert durch die bisherige Zahl der Opfer. Merkel, das ist sogar für ihre Verhältnisse geschmacklos!

Die Tropeninstitute sitzen hier. Die Pharmakonzerne sitzen hier. Deutschland beutet insbesondere die westafrikanischen Länder seit einem Jahrhundert aus.2

Der Ukraine werden sofort Milliarden insbesondere für Rüstungshilfe und Mauerbau zur Verfügung gestellt. Liberia muss, Stand heute, sieben Tage warten um einen Notruf beantwortet und 1125 Euro pro Todesopfer angewiesen zu bekommen?

Liebe Frau Merkel, sie sind eine humanitäre Katastrophe.

Update (30. September): Nur zwei Wochen später mahnt Merkel schnelle Hilfe an. Das zeigt: Egal was die Kanzlerin macht, die Presse macht eine positive Schlagzeile daraus. They put egal in Angela.

  1. Natürlich werden unsere beherzt bohren den Boulevardblätter mit dem Dauerfeuer von Interviews auch für ein verwertbares Zitat gesorgt haben, indem sie einfachr lang genug fragten, dennoch sind die Wissenschaftler dort sicherlich mit derartigen Druck vertraut,  geschult und als von der Bundesregierung beauftragt auch gar nicht befugt solche Horrorszenarien in die Welt zu setzen. Aber im Zweifel, das sagt die Erfahrung, erfinden die einfach etwas. []
  2. Stichwort Anfang des ersten Weltkrieg Jahr sich dies Jahr zum 100. Mal. []

Die Wahrheit von Xavier Naidoo

In den ersten Worten von Die Wahrheit setzt sich Xavier Naidoo von jedwedem rechten Gedankengut allein durch Bekenntnis seiner Herkunft ab. Und bekennt das er »Kanacke in Deutschland« eines allem voran gelernt habe: Ordnung sei der Deutschen höchstes Gut.

Der Rest des Videos ist eine Metapher: weiße Buchstaben auf schwarzem Grund. Im Volksmund ist »Schwarz auf Weiß« Inbegriff verschriftlichter Wahrheit. Den Songtext von Die Wahrheit hat Xavier Naidoo aber möglicherweise ganz bewusst weiß auf schwarzem Grund setzen lassen. Doch seht selbst.

Es ist eine musikalisch vorgetragene Kritik unter anderem an Georg Diez, der Xavier Naidoo wegen seines Auftritts auf einer Montagsdemo über Spiegel Online in die Ecke der Neuen Rechten stellen wollte.

An einem Freitag hatte der Mannheimer Freigeist Xavier Naidoo von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht und von der Bühne herunter die These vertreten, Deutschland sei ein besetztes Land.

Und so ganz Unrecht hat er damit nicht: Das amerikanische Administration, Geheimdienste und Streitkräfte hierzulande von ihrem Status, den sie auf hiesigem Grund genießen, sattsam Gebrauch machen wissen wir dank der Enthüllungen von Edward Snowden, ist keine Neuigkeit: Aus Botschaften und Konsulaten und von Truppenstandorten werden deutsche Grundrechte gebrochen. Das ist nicht seine oder rechte These, sondern war Titelgeschichte des Spiegel1. Hierfür ernten die USA nicht einmal substanziellen Widerspruch von der Kanzlerin oder dem Bundespräsidenten, die er dafür im neuen Song angreift.

Der einzige Artikel, der sich allerdings mit einer Interpretation des rechtlichen Status der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland auseinandersetzt, orientiert sich daran das Deutschland »kein besetztes Land (sei) obwohl über dem Zwei-plus-Vier-Vertrag nicht in Buntstift „Friedensvertrag“ drüber steht« (Q: VICE), und ergeht sich sogleich in persönlichen Angriffen.

So weit, sich inhaltlich mit dem Thema auseinander setzen, gehen die beiden folgenden Kritiken nicht. Obwohl sie sich teils sogar sowas wie anstrengen. Die, die nun zum zweiten Hieb gegen den Musiker ansetzen, haben die Liebe zur Wahrheit offenbar ebenso wenig wie Georg Diez. Sie schreiben stattdessen offensichtlich mit Schaum vor dem Munde gleich mehrere Schmähschriften in unterschiedlichen Publikationen. Man gewinnt den Eindruck, die Kritik an dem Stück »Die Wahrheit/« im Speziellen und Xavier Naidoo im Allgemeinen geschieht wohl orchestriert, dieses Mal nicht vom Spiegel, sondern es sekundieren bezahlte Schreiber von Angela Merkels Busenfreundin Friede Springer.

  • »Im Song (…) ärgert sich (Naidoo), zu jung zu sein, um sich selbst noch „Reichsbürger“ nennen zu dürfen.« (O-Ton: Musikexpress2) wird da wahrheitswidrig behauptet, indem man anstatt dem Text zu folgen aus dem Zusammenhang gerissen zitiert. Vielmehr macht sich Xavier Naidoo in Die Wahrheit über die These von Georg Diez lustig, weil er viel zu jung sei um „Reichsbürger“ zu sein.
  • Im deutschen Rolling Stone, der nicht mit dem gleichnamigen amerikanischen Musikmagazin verwechselt werden sollte, wird der Song als Zusammenstellung aus »Gemeinplatz« und »Stilblüten«, kurzum zum »Schmarrn« deklassiert. Das reine Onlinemagazin bezeichnet Xavier Naidoo als zum »Populist« und »eine Art Gotteskrieger« geratenen »Schmusebarden«3

Nun sollte man wissen: Musikexpress und (deutscher) Rolling Stone sind nicht nur Produkte des Axel Springer Verlag, beide Redaktionen sitzen im selben Mediahouse in Berlin und teilen sich sogar die Telefondurchwahl. Es ist erstaunlich bis bemerkenswert, das der selbe Verlag zwei seiner Musikmagazin Texte veröffentlichen lässt, die in erster Linie auf persönlicher Ebene auf politischen Thesen los gehen. Noch dazu wenn das damit einher geht das sich leicht zu beeindruckende Leser, die sich nicht für Politik interessieren, von den vermeintlich kruden Thesen abgestoßen fühlen; entweder weil sie sich überhaupt nicht für Politik interessieren oder eben des vernichtenden Vorurteils einer Musikredaktion wegen. Man könnte auch sagen, das Fabien Soethof vom Musikexpress, „RS“ alias Rolling Stone und allen voran Georg Diez vom Spiegel darum bemüht sind dem Sänger langfristig seine wirtschaftliche Grundlage zu entziehen, indem sie seinen Erfolg schmälern, indem sie seine so genannte Fanbase reduzieren. Und auch das wäre selbst disqualifizierend, denn ungeachtet der geringen Auflage des Musikexpress und des Rolling Stone abgesehen schart Spiegel Online gerade einmal halb so viel „Fans“ um sich wie der Solokünstler Xavier Naidoo. Es könnte auch ein Schwanzvergleich sein, der hier vollzogen wird. Das noch niedrigere Nivau, nämlich das persönlicher Angriffe, deuten aber auf anderes hin.

Es ist der selbe ehrverletzende Duktus, den Georg Diez vor Wochen im Spiegel an den Tag gelegt hatte. Und es ist nicht nur jener Stil, der die Vermutung nah legt, das die jüngsten Personalwechsel vom Axel Springer Verlag hin an die Spitze des Spiegel mehr sind als Personalfluktuation zweier Medienmarken. Es wirkt als soll der altehrwürdige Spiegel, eines der ersten lizenzierten journalistischen Veröffentlichungen im Nachkriegsdeutschland zum Spiegelbild der schlichtesten publizistischen Veröffentlichung der Nachkriegsgeschichte werden.

Es muss was dran sein, an der den ach so kruden Thesen. Wenn die Kanzlerin ihre verkrustete Busenfreundin dazu animiert, ihre Organe gegen einen zum Klingen zu bringen, dessen Job es in erster Linie ist seine Stimme dazu zu bringen muss was dran sein.

  1. Nr. 25 vom 16.06. diesen Jahres []
  2. Musikexpress, gehört zu welt.de/Axel Springer Verlag []
  3. rollinstone.de, gehört ebenfalls zu welt.de/Axel Springer Verlag []

Noam Chomsky: „USA is one of the leading terrorist states in the world“

In einem Interview mit PressTV wendet der amerikanische Akademiker Noam Chomsky die Definition von Terrorismus auf die vergangenen zehn Jahre des »Krieg gegen den Terrorismus« an und kommt zu dem Schluss: Die USA ist eine der führenden Terrorstaaten in der Welt1.

In dem Zusammenschnitt das dem Video des Interview voran geht werden Bilder gezeigt die mich an die Eröffnung des Feldzug gegen den Irak erinnert haben, dem sich Bundeskanzler Gerhard Schröder damals verweigerte. Gerade die live in alle Welt übertragenen Bilder der Bombenangriffe auf die Paläste von Saddam Hussein haben sich mir in der schlaflosen Nacht ebenso ins Hirn gebrannt wie der in die Politik zurück kehrende Anstand und der Mut diesem Krieg nicht auch noch die ansonsten „uneingeschränkte Solidarität“ zu verweigern. Angela Merkel und Roland Koch waren seinerzeit bis ins Oval Office gekommen und an „George WW III Bush“ vorgedrungen, was Oppositions- und Provinzpolitiker eher selten gelingt und als Botschaft an das „Alte Europa“ gedacht war: „Seht her, eure Staatsoberhäupter ziehen den Schwanz ein, wir haben hier schon ein paar neue Führer für euch.“ Angela Merkel hat es ja dann tatsächlich geschafft und selbst Roland Koch konnte sich trotz zahlreicher selbst verabreichter ehr abschneidender Skandale geschafft sich die Mehrheit der konservativen Hessen Untertan zu machen.

Was mich zu zweierlei führt:

Um seine Meinung zu vertreten sind in westlichen Demokratien kaum noch Kanäle offen, und wenn man sie vertritt, muss man schon stahlharte Eier haben, wie Noam Chomsky, dessen Leben durch die Kritik aus den USA an den USA sicherlich nicht sicherer geworden ist.
Und einen deutschen Intellektuellen, wie Noam Chomsky gibt es nicht, jedenfalls fiele mir keiner ein der sich der Kriegstreiberei der politischen Führung entgegensetzt.

Immerhin hat Sigmar Gabriel auf den erheblichen öffentlichen Druck, der eher aus der Breite als von einer Spitze kommt, heute reagiert und eine neue Lieferung Kampfpanzer an einen der wichtigsten Verbündeten der USA, Saudi Arabien nämlich unterbunden. Vermutlich werden die jetzt an die USA und von dort aus an Saudi Arabien geliefert, was den von Sigmar Gabriel gepredigten Wein in der Rüstungsdebatte schon sehr verwässern würde. Und zeigt das er weder das Ehrempfinden noch den Mut hat sich Merkel oder gar Obama entgegen zu stellen oder etwa zu seinen Zusagen zu stehen.

  1. „United States is one of the leading terrorist states in the world“ []

In der Wahlarena dem Stimmvieh zum Frass vorgeworfen

Merkel begreift sie alle als Stimmvieh, sie hat keine Ahnung von der Lebenswirklichkeit in Deutschland anno 2013. Dieses Fazit ist nicht wohlmeinend, aber realistisch. Gestern traf die Kanzlerin auf Menschen wie sie und mich, mit einem Unterschied: Weder das BKA noch ihre CDU haben die Gäste im Vorfeld handverlesen, sondern Meinungsforscher mit Hilfe des Zufalls und repräsentativer Statistik. Und dann kommt es zu so unschönen weil Menschen unwürdigen Feststellungen:

»Als ein Arbeiter aus Leipzig ihr erzählt, dass er seit zehn Jahren ununterbrochen bei einem Automobilzulieferer in Leiharbeit beschäftigt ist (…) weiß Merkel auch nicht, was sie sagen soll. Auf 30 bis 40 Stammbeschäftigte kämen 500 Leiharbeiter, berichtet der Mann von seinem Betrieb.« (Quelle: Zeit online)

Und da muss man sich doch als Otto Normalverbraucher fragen, wie viel Lebenswirklichkeit bei der seit 8 Jahren regierenden Kanzlerin ankommt, die selbst mit Unterbrechung seit 16 Jahren dem Bundeskabinett angehört und also seit Jahrzehnten zehntausende einstreicht um über die Runden zu kommen. Hier wurde eklatant offenbart, wie viel von der geschauspielerten Menschlichkeit und ökonomischem Sachverstand wirklich drin steckt in der Kanzlerin: 0. Das bestätigt auch eine gerade veröffentlichte Zahl, derer nach dieses amtierende Bundesregierung allein 1 Milliarde Euro für Beraterverträge ausgegeben hat, weil ihr der eigene Sachverstand fehlt. All das lässt tief blicken, es zeugt doch davon wie tief die Kanzlerin und ihr begnadetes Horrorkabinett gesunken sind um sich die Macht zu erhalten.

Merkels Wahlwerbespott: angemacht, ausgelacht.

Wem es beim Anblick der Merkel noch nicht hoch kommt, sollte spätestens dann seine Körperfunktionen prüfen lassen, wenn er bei Verabreichung des Wahlwerbespot der CDU mit Angie in der Hauptrolle noch alles bei sich behält: Es könnte sein das die körpereigenen Abwehrkräfte durch allerlei Placebo und falsche Pharmazie der schwarzgelben Gesundheitspolitik schon derart geschädigt sind, das ihr am Ende am 22. September zu Hause bleibt oder selbigen also die Falschen wählt. Zum Glück gibt es eine Verpackunsbeilage Dritter, mit dem das Angelazäpfchen verabreicht werden kann ohne Folgeschäden davon zu tragen, und mit dem die Lachmuskeln sogar noch trainiert werden:

via

Unentschiedene und unbedingte Unionisten

Im Deutschland-Trend gibt es drei sichere Indikatoren dafür, das die Bundestagswahl 2013 noch nicht entschieden ist: 1. Wir wählen keine_n Kanzler_in, aber nur die ist die verantwortlich für die guten Umfrageergebnisse von CDU und CSU. Merkel hat aber schon durchblicken lassen, das diese ihre letzte Wahlperiode sein würde. Allein bei welchem internationalen Verbündeten sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt in ein lukratives Angebot steht scheinbar noch nicht fest. 2. Sind nur 19% unbedingte Unionisten. Sie würden sogar CDU und CSU wählen, wenn sie die einen Apparat vergleichbar mit dem der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik wieder installieren, denn sie „glauben“ der Kanzlerin wider besserer Informationslage ihre Versicherung „von Prism erst aus den Zeitungen erfahren“ zu haben. 3. Viel zu viele Deutsche – darunter viele Anhänger von Adenauers-Erbe – sehnen sich einen „starken Führer“ herbei und/oder sind Anhänger der Monarchien im europäischen Raum. Merkel als Sissi, die letzte Kaiserin? Mag sich zwar keiner vorstellen, aber allein diese rückwärtsgewandte, antidemokratische Tendenz heute noch, anno 2013 in einer parlamentarischen Demokratie eines Landes mit so finsterer Vergangenheit vorzufinden, noch zumal in wirtschaftlich so prekären Zeiten, bei gleichzeitig vorgeblicher (Selbst-)Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation und Zustimmung für die restriktive bis desaströse antieuropäische Sparpolitik der Kanzlerin sollte jedem Friedensfreund zu denken geben. Behaupte: Diese unbedingten Unionisten würden sogar regungslos zusehen bis frenetisch jubeln, würden die Nachfolger der Zentrum-Partei das politische geeinte Europa endgültig destabilisieren, indem sie weiter einen Staat nach dem anderen an den Pranger stellen und ökonomisch ausbluten lassen. Das Deutschland nur eingebettet in Europa eine wirtschaftliche Zukunft nahezu auf Augenhöhe mit dem neuen Global Playern hat, vernachlässigen die meisten Mitmenschen in ihrem Betrachtungen nur zu gern ob ihrer gegenwärtig selbst aufgefasst guten wirtschaftlichen Situation.

Bill Gates zum deutschen Engagement im Global Fund

Bill Gates hat sein halbes Privatvermögen gespendet, seine neu gewonnene private Freizeit nach Microsoft das Geld und neues für eine gute Sache auszugeben und zu akquirieren, und zwar im Dienste der Weltgesundheit. Mit seinem nicht nur Mäzen-haften Engagement – das die meisten Menschen auszeichnet die nicht nur Altersmilde sind, sondern ihr Vermögen zu Lebzeiten unter die Leute bringen wollen, sondern einer Begeisterung bis hinunter ins Krisenmanagement auf operativer Ebene hat er inzwischen bewiesen, das ihm das Thema wirklich am Herzen liegt. Doch Privatvermögen allein reicht nicht, trotz Schere zwischen Arm und Reich, um wirklich Gutes zu tun, der Hebel sitzt auch traditionell woanders: Die Entwicklungshilfe der reichen Industrienationen darf als Kompensation der von ihr oftmals ausbeuteten dritten Welt gegenüber gewertet werden, Wiedergutmachung und Abbitte zu leisten, für das kompromisslos Rohstoffgewinnung, das unbeteiligte Zusehen bei allerlei Genoziden und mehr oder weniger offen unterstützte und/oder geführte repressive Diktaturen.

Eine ganz einfach einzuhaltende Zusage, vor allem für eine Nation wie Deutschland, die sich in der jüngeren Geschichte gegenüber Diktaturen auch im eigenen Land nicht mit Ruhm bekleckert hat, der routiniertes Schulterzucken sportlich wirkt und das wie kein anderes Land von Zuwanderung und fremden Rohstoffen abhängig ist. Deutschland versprach vor langer Zeit den Anteil der Entwicklungshilfe an der Wirtschaftsleistung bis übernächstes Jahr auf 0,7 Prozent zu erhöhen. Kein hoher Wert könnte man auf den ersten Blick meinen, von einem Sockel von von 0,36 Prozent aber durchaus sportlich. Das vor über einem Jahrzehnt gegebene Versprechen wurde bisher nicht eingelöst (zur Zeit liegt der Anteil trotz eines Bundesminister Niebel, der das dazu gehörige Ministerium vor der Bundestagswahl noch abschaffen wollte und sich seither im Umgang damit nicht mit Ruhm bekleckert bei 0,39 Prozent), aber ebenso wenig aufgekündigt. Das sich daran in den letzten zwei Jahren etwas ändert, daran könnte die nächste Bundestagswahl etwas ändern. Und wie es scheint, bemüht sich die SPD tatsächlich darum von Schwarzgelb bewusst oder unbewusst vernachlässigte Politikfelder zu beackern. Im Interview mit Bill Gates zieht der ein allein aus eben diesen Zahlen bestehendes und deshalb so vernichtendes weil nur aus unrühmliche Fakten bestehendes Urteil über den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dirk Niebel im Speziellen un die Kanzlerschaft von Angela Merkel im Allgemeinen, und das in nur einem Absatz:

Ich hoffe das natürlich. Deutschlands Zusage von 2002, bis 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für internationale Entwicklung einzusetzen, ist wahrscheinlich der wichtigste Beitrag Ihres Landes für Gesundheit und Entwicklung. Gegenwärtig investiert Deutschland 0,39 Prozent des BNE und in jüngster Zeit wurden Kürzungen im Haushalt des Entwicklungsministeriums vorgenommen. (Quelle)

Vernichtender kann eine Einschätzung nicht ausfallen, als aus Fakten zusammengesetzt und von einem verdienten aber daran nicht verdienenden Dritten mit hoher Reputation.

Seehofer bläst im ZDF zum Sturm auf Berlin

Im Interview mit ZDF heute zieht Horst Seehofer nicht vom Leder, wie es einige einschlägige Qualitätsmedien behaupten: Was man da sieht sind zwei im vertraulichen und deshalb ehrlichen Gespräch, für das der Ministerpräsident sein „Ok“ zu Veröffentlichung gegeben hat. Von Angela Merkel hat man in den letzten zwei Dekaden Regierung(sbeteiligung) (nämlich: als Bundesministerin unter Helmut Kohl und in der Folge als „Bundeskanzlerin aller Deutschen“) nicht so viele Minuten ehrlicher O-Töne gehört, wie hier von Seehofer im Gespräch mit dem Öffentlich-Rechtlichen:

http://www.youtube.com/watch?v=CS3qyx8drQk#t=320s

Hut ab – vor Seehofer! Hut ab, Herr Kauder, Frau Merkel, Herr Altmeier und geschätztes Gruselkabinett Merkel II.