Bill Gates zum deutschen Engagement im Global Fund

Bill Gates hat sein halbes Privatvermögen gespendet, seine neu gewonnene private Freizeit nach Microsoft das Geld und neues für eine gute Sache auszugeben und zu akquirieren, und zwar im Dienste der Weltgesundheit. Mit seinem nicht nur Mäzen-haften Engagement – das die meisten Menschen auszeichnet die nicht nur Altersmilde sind, sondern ihr Vermögen zu Lebzeiten unter die Leute bringen wollen, sondern einer Begeisterung bis hinunter ins Krisenmanagement auf operativer Ebene hat er inzwischen bewiesen, das ihm das Thema wirklich am Herzen liegt. Doch Privatvermögen allein reicht nicht, trotz Schere zwischen Arm und Reich, um wirklich Gutes zu tun, der Hebel sitzt auch traditionell woanders: Die Entwicklungshilfe der reichen Industrienationen darf als Kompensation der von ihr oftmals ausbeuteten dritten Welt gegenüber gewertet werden, Wiedergutmachung und Abbitte zu leisten, für das kompromisslos Rohstoffgewinnung, das unbeteiligte Zusehen bei allerlei Genoziden und mehr oder weniger offen unterstützte und/oder geführte repressive Diktaturen.

Eine ganz einfach einzuhaltende Zusage, vor allem für eine Nation wie Deutschland, die sich in der jüngeren Geschichte gegenüber Diktaturen auch im eigenen Land nicht mit Ruhm bekleckert hat, der routiniertes Schulterzucken sportlich wirkt und das wie kein anderes Land von Zuwanderung und fremden Rohstoffen abhängig ist. Deutschland versprach vor langer Zeit den Anteil der Entwicklungshilfe an der Wirtschaftsleistung bis übernächstes Jahr auf 0,7 Prozent zu erhöhen. Kein hoher Wert könnte man auf den ersten Blick meinen, von einem Sockel von von 0,36 Prozent aber durchaus sportlich. Das vor über einem Jahrzehnt gegebene Versprechen wurde bisher nicht eingelöst (zur Zeit liegt der Anteil trotz eines Bundesminister Niebel, der das dazu gehörige Ministerium vor der Bundestagswahl noch abschaffen wollte und sich seither im Umgang damit nicht mit Ruhm bekleckert bei 0,39 Prozent), aber ebenso wenig aufgekündigt. Das sich daran in den letzten zwei Jahren etwas ändert, daran könnte die nächste Bundestagswahl etwas ändern. Und wie es scheint, bemüht sich die SPD tatsächlich darum von Schwarzgelb bewusst oder unbewusst vernachlässigte Politikfelder zu beackern. Im Interview mit Bill Gates zieht der ein allein aus eben diesen Zahlen bestehendes und deshalb so vernichtendes weil nur aus unrühmliche Fakten bestehendes Urteil über den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dirk Niebel im Speziellen un die Kanzlerschaft von Angela Merkel im Allgemeinen, und das in nur einem Absatz:

Ich hoffe das natürlich. Deutschlands Zusage von 2002, bis 2015 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für internationale Entwicklung einzusetzen, ist wahrscheinlich der wichtigste Beitrag Ihres Landes für Gesundheit und Entwicklung. Gegenwärtig investiert Deutschland 0,39 Prozent des BNE und in jüngster Zeit wurden Kürzungen im Haushalt des Entwicklungsministeriums vorgenommen. (Quelle)

Vernichtender kann eine Einschätzung nicht ausfallen, als aus Fakten zusammengesetzt und von einem verdienten aber daran nicht verdienenden Dritten mit hoher Reputation.