Noam Chomsky: „USA is one of the leading terrorist states in the world“

In einem Interview mit PressTV wendet der amerikanische Akademiker Noam Chomsky die Definition von Terrorismus auf die vergangenen zehn Jahre des »Krieg gegen den Terrorismus« an und kommt zu dem Schluss: Die USA ist eine der führenden Terrorstaaten in der Welt1.

In dem Zusammenschnitt das dem Video des Interview voran geht werden Bilder gezeigt die mich an die Eröffnung des Feldzug gegen den Irak erinnert haben, dem sich Bundeskanzler Gerhard Schröder damals verweigerte. Gerade die live in alle Welt übertragenen Bilder der Bombenangriffe auf die Paläste von Saddam Hussein haben sich mir in der schlaflosen Nacht ebenso ins Hirn gebrannt wie der in die Politik zurück kehrende Anstand und der Mut diesem Krieg nicht auch noch die ansonsten „uneingeschränkte Solidarität“ zu verweigern. Angela Merkel und Roland Koch waren seinerzeit bis ins Oval Office gekommen und an „George WW III Bush“ vorgedrungen, was Oppositions- und Provinzpolitiker eher selten gelingt und als Botschaft an das „Alte Europa“ gedacht war: „Seht her, eure Staatsoberhäupter ziehen den Schwanz ein, wir haben hier schon ein paar neue Führer für euch.“ Angela Merkel hat es ja dann tatsächlich geschafft und selbst Roland Koch konnte sich trotz zahlreicher selbst verabreichter ehr abschneidender Skandale geschafft sich die Mehrheit der konservativen Hessen Untertan zu machen.

Was mich zu zweierlei führt:

Um seine Meinung zu vertreten sind in westlichen Demokratien kaum noch Kanäle offen, und wenn man sie vertritt, muss man schon stahlharte Eier haben, wie Noam Chomsky, dessen Leben durch die Kritik aus den USA an den USA sicherlich nicht sicherer geworden ist.
Und einen deutschen Intellektuellen, wie Noam Chomsky gibt es nicht, jedenfalls fiele mir keiner ein der sich der Kriegstreiberei der politischen Führung entgegensetzt.

Immerhin hat Sigmar Gabriel auf den erheblichen öffentlichen Druck, der eher aus der Breite als von einer Spitze kommt, heute reagiert und eine neue Lieferung Kampfpanzer an einen der wichtigsten Verbündeten der USA, Saudi Arabien nämlich unterbunden. Vermutlich werden die jetzt an die USA und von dort aus an Saudi Arabien geliefert, was den von Sigmar Gabriel gepredigten Wein in der Rüstungsdebatte schon sehr verwässern würde. Und zeigt das er weder das Ehrempfinden noch den Mut hat sich Merkel oder gar Obama entgegen zu stellen oder etwa zu seinen Zusagen zu stehen.

  1. „United States is one of the leading terrorist states in the world“ []

Du oder Sie Wichser? Für dich immer noch: Sie, Wichser!

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Die deutsche Trennung des förmlich-respektvollen Sie vom Du kennen die meisten anderen Sprachen gar nicht. Klar, schließlich transportiert eine Anrede oder ein Grußwort trotz der schönsten Worte oft trotzdem genug Häme, Spott und Missbiligung das man so Fetzen gar nicht braucht. Der junge Mann im folgenden Video wollte deshalb wohl sichergestellt wissen, das die Beamtenbeleidigung seinerseits auch ankommt:

Quelle: Fefes Blog

arte-Dokumentation „WikiLeaks: Geheimnisse und Lügen“

In der arte Dokumentation „WikiLeaks: Geheimnisse und Lügen“ bewies der ansonsten politisch neutrale Sender wenig Fingerspitzengefühl bei der Auswahl neutraler Quellen. Es wurden wichtige Passagen aus dem Interview mit Julian Assange gestrichen, während seine ehemaligen, nun verprellten Partner in aller Ausführlichkeit Halbwahrheiten zum Besten geben. Jeder möge sich ein eigenes Bild von der Qualität dieser arte-Dokumentation machen:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=Tk0X-2cFLHc

In Nordafrika und dem Nahen Osten ist „regime change“ im Gange, auch weil den dortigen Despoten der wichtigste Verbündete wegen WikiLeaks verloren geht. Dem wird die Dokumentation noch gerecht. Gegen den Mitarbeiter des dt. Aussenminister wurde wegen Landesverrat und Spionage ermittelt, ohne das es zu einem Verfahren kam. Der darf sich zwar noch zu Wort melden, aber unter höchst konspirativer „Begleitmusik“. The New York Times, möglicherweise auch The Guardian und Der Spiegel folgten dem staatlichen Angebot eines Geschäfts auf Gegenseitigkeit, folgten dem Apell an den Patriotismus, knickten bei der ersten Drohung mit Sanktionen ein und dürfen sich als moralischer Autorität aufspielen. Der Spiegel inszeniert sich als seriöser Medienpartner, während völlig davon entkoppelt über eine Vorveröffentlichung durch einen an einem Bahnhof erstandenen Der Spiegel zitierenden Twitter-Account Freelancer09 berichtet wird. Worüber reden sie, wenn sie über Assange reden? Über Austern, vermeintliche Drohungen und die Schlafgewohnheiten von Assange. Alles in allem eine sehr unausgegorene, unausgewogene Dokumentation.

Interessant finde ich u.a., insb. in Kenntnis der heutigen Veröffentlichungen über Coca Cola, das der Vergleich bemüht wird zwischen Wettbewerbsvorteilen (erwähnt werden eben Coca Cola Rezept, Google Algorithmus) und Staatsgeheimnisse (Diplomaten in Spionagediensten; Hillary Clinton/DNA-Proben), vermutlich um auch einfachsten Gemütern die zu wahrenden Interessen eines Staates leicht verdaulich zu präsentieren.

Interessant fand ich auch das kryptische Schlusswort: »Es gibt die Ansicht, das man niemals zulassen sollte, dafür Kritik zu bekommen möglicherweise in Zukunft an einer Handlung beteiligt zu sein, die unmoralisch sein könnte. Diese Art den eigenen Arsch zu retten, ist wichtiger als das Leben Tausender zu retten. Es soll besser sein tausend Leute sterben zu lassen, als zu riskieren auf dem Weg zu ihrer Rettung möglicherweise jemanden zu opfern? Das ist etwas, das finde ich philosophisch abstoßend.« sagt Julian Assange da. Und im Grund reduziert es sich doch darauf: Ist es legitim hunderttausend unschuldige Tote zu tolerieren, um den Mörder einiger tausend Toter zu verfolgen, dingfest zu machen und der Gerechtigkeit zuzuführen – unter gleichzeitiger Inkaufnahme weiter Teile unserer Bürgerrechte? Geht es nicht zu weit, mit zig tausend Soldaten ein Land zu überfallen, weil es keine Regierung mehr hat, es ein Jahrzehnt umzupflügen auf der Suche nach einem der seit einer Ewigkeit im Nachbarland residiert? Jedes Land hat das Recht zur Selbstverteidigung, bisweilen auch wenn es dazu zum Angriff übergehen muss. Es kann aber nicht dem Völkerrecht dienen, Einzelne anderen Ländern gegenüber einen moralisch höheren Anspruch zu verleihen, allein weil es angegriffen wurde oder würde, und sich zu verteidigen habe.

Kein Sex-Tape von Carmen Electra

Manche Nachricht ist überhaupt keine, beispielsweise zeigt das plötzlich auf verschiedenen Videoportalen veröffentlichte Video von Carmen Electra kein flotter Dreier mit einer weiteren Dame, sondern lediglich eine – zugegeben ausgelassene – Stimmung auf einem Hotelzimmer, anzügliche Posen und „mehr oder weniger Nackte“ Carmen Electra, ihrer Gespielin und dem Kameramann. Das solche Clips noch als Nachrichten gelten, offenbart nur eine Sensation-fixierte Medienlandschaft. Autsch.